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Corona – ein Geschenk?

Das klingt auf den ersten Blick ironisch. Aber schauen wir genauer hin und mit gehörigem Abstand, sozusagen mit „universalem Blick“. Dann zeigen sich schon jetzt am Anfang der „Corona-Krise“ Ansätze, wie sich die Welt verändern könnte.

Wo stehen wir jetzt?

Anfang Dezember 2019 traten die ersten Fälle in Wuhan, China auf. Ende Januar der erste Fall in Deutschland. Die WHO sieht eine gesundheitliche Notlage von internationaler Tragweite. Am 23. Februar riegelt Italien erste Ortschaften im Norden ab. Am 8. März empfiehlt das Gesundheitsministerium, Veranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern abzusagen. Einen Tag später gab es die ersten zwei Corona-Todesopfer.

Stand 22.März 2020: Die Corona-Pandemie ist über den ganzen Globus verbreitet. In Europa sind Italien und Spanien am stärksten betroffen. In Deutschland zählen wir über 22000 gemeldete Fälle und 84 Tote, Tendenz immer noch stark steigend. Ob die flächendeckenden Ausgangsbeschränkungen greifen, wird man frühestens in 10 Tagen sehen.

Erste Stimmen bereiten uns vorsichtig darauf vor, dass uns der Virus nicht nur für wenige Wochen, sondern für viele Monate fordern wird.

Was hat sich verändert?

Der Ernst der Lage ist noch immer nicht bei allen angekommen. Viel zu viele Menschen, besonders aus der jüngeren Generation, schlägt die Warnungen und Beschränkungen der Experten und der Regierungen in den Wind.

Wir tun uns schwer, unsere Gewohnheiten abzustellen oder zu ändern: Begrüßungen mit Handschlag oder gar Umarmung sollten bis auf weiteres nicht sein, aber da muss ich mich immer wieder selbst zurückpfeifen – sofern ich rechtzeitig daran denke. Kinder, Geschwister und Freunde müssen reihenweise runde Geburtstagsfeiern absagen. Sie „feiern“ alleine und wir nur in Gedanken mit ihnen. Email, Whatsapp und Telefon sind unser Trostpflaster. Und doch ist es kein Weltuntergang.

Sozialer Zusammenhalt

Es ist berührend, wie die Gemeinschaft zusammen wächst. Da bekommt das Pflegepersonal gemeinschaftlichen Applaus für ihren Einsatz. Und es scheint eine echte Wertschätzung zu sein, kein Lippenbekenntnis von Politikern oder Verhandlungspartnern. Das lässt hoffen, dass auch die Bezahlung nachzieht. Besonders in den Pflegeheimen, wo die Gefahr und die Belastung sowohl für Pflegekräfte wie auch für Bewohner am größten ist.

Ich beobachte weitreichende gegenseitige Hilfe und Unterstützung in unserer Gesellschaft. Plötzlich kümmert man sich um hilfsbedürftige Nachbarn, mit denen man zuvor kaum ein Wort gewechselt hat. Firmen engagieren sich nach ihren Möglichkeiten und auf ihrem Fachgebiet für die Gemeinschaft, durch Sachspenden, durch Sonderproduktion von Mangelware, durch Entwicklung und Bereitstellung von Software für den Fernunterricht usw…

Mut zu Veränderungen

Die Politik und jeder Einzelne wird auf vielen Ebenen zu Veränderungen gezwungen. Da gibt es Erlasse, Verordnungen, Verbote, deren Einhaltung bzw. Umsetzung längst überfällig waren. Aber erst jetzt in der „Krise“ findet man den Mut zum Handeln. Jetzt gibt es auch keine Alternative, keine Diskussion – es muss einfach sein – Basta! Plötzlich sind die Industriezentren der Erde aus dem Weltall zu sehen, weil die Dunstglocke verschwindet.

Plötzlich denkt man darüber nach, wie klimaschädlich Flugreisen in ferne Länder sind und merkt, dass die Welt nicht untergeht, wenn wir stattdessen unsere heimischen Wälder erkunden.

Unsere Angst regiert uns auf allen Ebenen. Das zu erkennen, ist der erste wichtige Schritt zur Veränderung. Der zweite Schritt ist die Einsicht, dass Angst ein schlechter Ratgeber ist. Unsere Ängste blockieren uns, die Politik, die Welt. Die Not bringt uns gerade Veränderungen, für die es noch vor wenigen Monaten Mut und Weitsicht brauchte.

Der Corona-Virus ein Geschenk?

Es wird sich erst in den nächsten Monaten und vielleicht Jahren zeigen, welche Veränderungen uns diese Krise gebracht hat. Es zeichnet sich jetzt schon ab, das manche Tabus und Ängste unbegründet waren. Und so manche überfällige Veränderung wird uns dann nicht die Vernunft, sondern die Krise gebracht haben.

Ich bin mir sicher, dass alles, was in der Natur passiert, einschließlich Corona-Virus, seinen Sinn hat. Auch und besonders wenn wir diesen Sinn noch nicht oder nur in Ansätzen erkennen, dürfen darauf bauen, dass das, was geschieht, ein Segen ist. Ich höre schon die massenhaften Widersprüche. Vielleicht hilft es einen Schritt zurückzugehen und sich selbst nicht so wichtig zu nehmen.

Es könnte sein…

Nachfolgenden Text bekam ich über Soziale Medien. Der Verfasser ist mir unbekannt. Neben dem vielen Müll zu diesem Thema hat sich da jemand wirklich Gedanken gemacht – und denkt positiv:

„Es könnte sein, dass in den Häfen die Schiffe für die nächste Zeit brach liegen, … es kann aber auch sein, dass sich Delfine und andere Meerestiere endlich ihren natürlichen Lebensraum zurückzuholen dürfen. Delfine werden in Italiens Häfen gesichtet, die Fische schwimmen wieder in Venedigs Kanälen!

Es könnte sein, dass sich Menschen in ihren Häusern und Wohnungen eingesperrt fühlen, … es kann aber auch sein, dass sie endlich wieder miteinander singen, sich gegenseitig helfen und seit langem wieder ein Gemeinschaftsgefühl erleben. Menschen singen miteinander! Das berührt uns zutiefst!

Es könnte sein, dass die Einschränkung des Flugverkehrs für viele eine Freiheitsberaubung bedeutet und berufliche Einschränkungen mit sich bringt,… es kann aber auch sein, dass die Erde aufatmet, der Himmel an Farbenkraft gewinnt und Kinder in China zum ersten Mal in ihrem Leben den blauen Himmel erblicken. Seht euch heute selbst den Himmel an, wie ruhig und blau er geworden ist!

Es könnte sein, dass die Schließung von Kindergärten und Schulen für viele Eltern eine immense Herausforderung bedeutet,…es kann aber auch sein, dass viele Kinder seit langem die Chance bekommen, endlich selbst kreativ zu werden, selbstbestimmter zu handeln und langsamer zu machen. Und auch Eltern ihre Kinder auf einer neuen Ebene kennenlernen dürfen.

Es könnte sein, dass unsere Wirtschaft einen ungeheuren Schaden erleidet,… es kann aber auch sein, dass wir endlich erkennen, was wirklich wichtig ist in unserem Leben und dass ständiges Wachstum eine absurde Idee der Konsumgesellschaft ist. Wir sind zu Marionetten der Wirtschaft geworden. Es wurde Zeit zu spüren, wie wenig wir eigentlich tatsächlich brauchen.

Es könnte sein, dass uns das auf irgendeine Art und Weise überfordert, … es kann aber auch sein, dass wir spüren, dass in dieser Krise die Chance für einen längst überfälligen Wandel liegt,

✔ der die Erde aufatmen lässt,
✔ die Kinder mit längst vergessenen Werten in Kontakt bringt,
✔ unsere Gesellschaft enorm entschleunigt,
✔ die Geburtsstunde für eine neue Form des Miteinanders sein kann,
✔ und uns zeigt, wie schnell die Erde bereit ist, ihre Regeneration einzuläuten, wenn wir Menschen Rücksicht auf sie nehmen und sie wieder atmen lassen.

ES KÖNNTE SEIN, dass uns diese Zeit wachrüttelt. Denn es geht um unsere Zukunft. Es geht um die Zukunft der nächsten Generationen!“

Verfasser unbekannt

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