Geld

Covid 19 – Eine Einordnung

Auf die Sichtweise kommt es an

Der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz sprach von einer „Plage der Menschheit“. Wer, wenn nicht unsere Kirchenführer, soll den Menschen Mut machen, Hoffnung geben, die Zuversicht darauf stärken, dass alles Geschehen seinen Sinn hat. Wo bleibt eigentlich das Gottvertrauen?

Die Presse spielt auch keine rühmliche Rolle: die Dramatisierung der Dinge ist ihr Geschäft. Sondersendungen, Extrablätter, Lageberichte und Experteninterviews bringen Auflagen und Einschaltquoten. Dabei geht es nur vordergründig um Information. Je schockierender die Bilder, je dramatischer die Berichterstattung, umso erfolgreicher sind sie. Da wurde von „Katastrophe“ und „Plage“ gesprochen und wie verheerend sich das alles auf unsere Wirtschaft auswirkt.

Wahre Katastrophen – die Kriegsjahre

Da wurde von „Katastrophe“ und „Plage“ gesprochen und wie verheerend sich das alles auf unsere Wirtschaft auswirkt. Die Wirtschaft soll also um jeden Preis wie gewohnt weiter wachsen. Als gäbe es keinen Klimawandel, keine Umweltzerstörung und keinen Raubbau an der Natur. Haben wir nichts dazu gelernt?

Ordnen wir das gegenwärtige Geschehen in die letzten hundert Jahre ein, dann ist es nicht mal eine Krise.

  • Was mag die Witwe denken, deren Mann im Krieg gefallen ist? Sie stand mit ihren Kindern alleine da, ohne Sozialhilfe, ohne Erziehungsgeld, ohne Kita, in Trümmern hausend, ohne zu klagen, weil es allen so ging.
  • Was mag der Fabrikant oder Handwerker von damals denken. Er kam mit Glück aus dem Krieg nach hause und fand seine Existenz am Boden. Es gab keine Milliarden-Hilfen, kein Kurzarbeitergeld und es fehlte an allem. Es ging um die nackte Existenz.
  • Wie denkt der Gymnasiast von damals. Er wurde mit 16 oder 17 Jahren kurz vor dem Abitur eingezogen. Sind sie mit Glück zurück gekommen, war es für viele einfach nicht möglich, nochmal die Schulbank zu drücken, das Abitur zu machen und zu studieren. Sie mussten irgendwie Geld verdienen.

Vor diesem Hintergrund kommt mir das Gejammere um das Corona-Virus kleingeistig vor. Wie schlimm war es im Vergleich für unsere Eltern und Großeltern in den Kriegsjahren bis zur Währungsreform? In welch rasantem Tempo haben sich unsere Wirtschaft, unser Lebensstandard entwickelt? Von der Katastrophe – über Wohlstand – bis zur Dekadenz…

Die Rolle des Staates

Im Vertrauen auf Gott müssten wir doch dankbar sein für erzwungene Veränderungen, zu denen wir und die Welt nicht fähig waren. Ich sehe durchaus einen Sinn in dieser Kriese. So beobachte ich allmählich einige Veränderungen:

  • Wir reflektieren mehr und konsumieren weniger
  • Werte und Moral verschieben sich – mehrheitlich zum Positiven
  • Wir erleben Familie und Geselligkeit ganz neu in unserem schnelllebigen Alltag
  • Viele Menschen fokussieren sich auf das Wesentliche in ihrem Leben
  • Neue Zwänge führen schon nach wenigen Wochen zu neuen Perspektiven und das ist erst der Anfang einer Entwicklung in Industrie, Handel, Dienstleistung und besonders im persönlichen Handeln.

Wir sollten „Corona“ als Chance zum Wandel begreifen und uns mit der Pandemie arrangieren. Haben wir überhaupt eine Wahl?

Ist es nicht kontraproduktiv hinsichtlich unserer „Besinnung aufs Wesentliche“, wenn die Politik alles tut, um die Auswirkungen der Pandemie abzufangen, Not zu lindern, die Wirtschaft zu stützen und zu lenken? Wie sinnvoll ist das viele Geld ausgegeben? Wer denkt an unsere Kinder, die das zurückzahlen müssen?

  • erhöhtes Kurzarbeitergeld
  • Soforthilfe für Selbständige
  • verlängertes Elterngeld
  • Zuschüsse, Sofort-Darlehen und Garantien für Industriebetriebe

Das mag für manche brutal klingen. Aber Veränderung schmerzt zuweilen sehr und es geht immer um Einzelschicksale. Aber es geht andererseits auch immer weiter. Das ganze Leben ist Veränderung und es kommt nur selten so, wie wir es uns wünschen. So wird es ganz sicher Branchen geben, die langfristig beträchtlich weniger Nachfrage erfahren oder ganz verschwinden. Andere Gewerbe und Dienstleistungen werden boomen und manche neu entstehen. Ist es da wirklich sinnvoll, wenn der Staat eingreift? Sollten wir nicht mehr Zuversicht und Mut haben, sich die Dinge von selbst neu ordnen zu lassen?

Wie ist Veränderung möglich?

Ich beneide keinen Politiker in diesen Wochen. Da sind Entscheidungen zu treffen, die höchst unpopulär und zudem noch umstritten sind. Gesundheit steht gegen Wohlstand. Mit den oben geäußerten Sichtweisen hätte ich als Politiker keine Chance. Hier wird das Dilemma deutlich: Politisches handeln wird immer ein Kompromiss in der Abwägung sein zwischen Aufrichtigkeit und dem Willen, vielleicht auch der Notwendigkeit, wieder gewählt zu werden.

Totalitäre Regime sind in dieser Hinsicht im Vorteil. Sie tun im besten Fall das, was sie für richtig halten und müssen sich nicht um ihre Popularität kümmern.

Wer regiert eigentlich in der Krise? Sind es die Virologen oder die Ökonomen, die Soziologen oder irgendwelche Lobbyisten? Natürlich liegt die Verantwortung bei den Politikern. Sie haben zu entscheiden. Aber wie weit dürfen, ja müssen Sie der Wissenschaft vertrauen, die ja immer nur ihr eng begrenztes Fachgebiet beurteilt? Welche Zahlen überhaupt zur Beurteilung herangezogen werden, ist höchst zweifelhaft. Die Zahl der Infizierten sagt ohne die Relation zur Zahl der Getesteten nichts aus. Ebenso wenig die Zahl der Corona-Toten. Wie viele Tote und wie viel Leid steht den ergriffenen Maßnahmen gegenüber?

Mehr den je sind Politiker(innen) mit Zuversicht und Mut gefragt. Und vielleicht gehört auch dazu das Vertrauen darauf dazu, dass sich die Dinge von selbst neu ordnen.

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